Leseecke: Meine Referenzen
Hier gibt’s einen kleinen Auszug der Projekte, die ich als Lektorin schon begleiten durfte. Die Liste wird laufend aktualisiert … sofern ich nicht gerade damit beschäftigt bin, all die schönen Manuskripte zu lesen, die als Nächstes dazukommen.
Sara Hassan, Josefa Niedermaier (Hg.), Wer gegen wen?
Wir werden ständig gegeneinander ausgespielt, in allen möglichen Bereichen. Steile These, kann man jetzt sagen. Oder in den 21 Interviews im Buch nachlesen, ob nicht vielleicht was dran ist. Und vor allem: was man dagegen machen kann.
Mariah Blake, Die Vergiftung der Welt
There’s something in the water – literally: sogenannte Ewigkeitschemikalien (PFAS). Mariah Blake zeichnet nach, wie es so weit kommen konnte. Mit von der Partie: Bürger*innen einer amerikanischen Kleinstadt, die das Ruder selbst in die Hand nehmen. Großkonzerne, die über Jahrzehnte hinweg ein Schlupfloch nach dem anderen gefunden haben. Und die Frage, welche Auswirkungen das global gesehen hat. (Spoiler: Nichts Gutes.)
Sarina Spiegel, Eat. Sleep. Work. Die?
Warum ist unser Wirtschaftssystem so, wie es ist? Wie kann es sein, dass „der Markt regelt“ immer noch als die Erklärung für alles und das BIP als der Heilige Gral gilt – wenn die Regeln so doch ganz offensichtlich nicht mehr aufgehen? Sarina Spiegel rollt all diese Themen auf eine Art auf, die du auch verstehst, wenn du (wie ich) kein Wirtschaftsprofi bist. Versprochen.
Ain Kütt, Das Rätsel des Kreuzbuben
“Man bringe das Riechsalz”: Cool und normal beim estnischen Adel im 19. Jahrhundert. “Man bringe den Giftmord”: Da hört der Spaß dann auf. Vor allem für Gutbesitzer Paul von Fock, der besagten Mord lösen soll. Mir hat das Buch wirklich Spaß gemacht, aber wer keinen Spaß am Lesen hat (hä?): Die Geschichte rund um Paul von Fock gibt’s auch als gleichnamige ZDF-Serie.
Ain Kütt, Das Rätsel des Goldmedaillons
Da denkt man sich nichts Böses, weil einfach nur eine riesige Sommerparty schmeißen und zack: ist auf einmal der Star der geplanten Showeinlage tot. Blöd für Paul von Fock, der sich natürlich wieder einmal der Sache annehmen muss. Irgendwas ist halt immer! (Notiz am Rande: Teil 2 versteht man auch, wenn man Teil 1 noch nicht kennt.)
Annika Ponti, Zeit des Schweigens
Was passiert, wenn ein Steuerberater das große Geld wittert, sich dabei ordentlich verzettelt, in ein shady Mafia-Business auf Korsika hineingezogen wird … und entscheidet: Ich will da raus? Ja, da kann ich jetzt natürlich nicht viel mehr verraten als: wird spannend!
Annika Ponti, Das Erbe der Casamatta
Ich persönlich habe mich sehr gefreut, als die Nachricht kam, dass die Geschichte um Étienne aus Zeit des Schweigens einen zweiten Band haben wird. Tada: Das Erbe der Casamatta. Same place, (teilweise) same protagonists, aber die Story geht in eine neue Richtung. Den Teufel werd ich tun und hier irgendwas spoilern, nur so viel: Wem Teil 1 gefallen hat, der wird auch die Fortsetzung mögen!
Helga Seebacher, Aufstehen, weitergehen, leben
Wie geht man damit um, wenn ein Schicksalsschlag auf den nächsten folgt? Wenn man innerhalb weniger Jahre zwei Kinder sowie die Eltern verliert und selbst an Multipler Sklerose erkrankt? Ich bin ehrlich, diese Geschichte ist mir beim Lektorieren sehr nahe gegangen. Und umso mehr kann ich sagen: Das lohnt sich zu lesen.
Birgit Schmidtgrabmer, Zahlenchaos im Kopf
Wer mich kennt, weiß, dass ich es eher mit Buchstaben hab als mit Zahlen. Deshalb war Birgits erstes Buch auch so interessant zu lesen: Woran liegt das, wenn Irgendwas-mit-Rechnen einfach der größte Struggle ist und wie geht man mit Dyskalkulie um? 10/10 Empfehlung!
Übrigens: Birgit hat auch über Legasthenie ein Buch geschrieben. In Buchstabenchaos im Kopf beleuchtet sie das Thema gut zugänglich.
Birgit Schmidtgrabmer, Kopfchaos mit System
“Alle mit Autismus sind hochbegabt”, “Alle mit ADHS können nicht stillsitzen”: alles Bullshit. In ihrem dritten Buch beschreibt Birgit, was es mit Autismus, ADHS und der kombinierten Form AuDHS auf sich hat – und legt dabei den Fokus auf FLINTA-Personen. Denn wenn der Gender Medicine Gap auf das Klischee vom “stillen Mädchen” trifft, das “sich so schön selbst beschäftigt”, dann ist es kein Wunder, dass viele Diagnosen erst im Erwachsenenalter stattfinden.
Steile These: Aus diesem Buch können alle etwas lernen. Unabhängig davon, ob du neurodivergent bist oder nicht. Gebt es allen, die ihr kennt!
Wolfgang Meixner, Erol Yildiz (Hg.), Heimat sind wir!
Heimat, das ist jetzt nicht unbedingt der einfachste Begriff. Eben deshalb lohnt es sich, ihn mal ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Aber Moment, was ist denn schon wieder „postmigrantisch“? Klingt kleinteilig-akademisch? Nope, ist es nicht. Der Sammelband ist ein Streifzug, der vom Thema Heimweh über Sachunterricht bis hin zu Fatma Aydemirs Dschinns viele verschiedene Blickwinkel abdeckt. Wenn ihr mich fragt: Das kann man sich sehr gut mal anschauen.
Christian Günther, Virtual Reality und Authentizität
Wie konstruieren VR-Anwendungen Authentizität? Was ist wirklich „authentisch“ und was wird nur so wahrgenommen, basierend (u. a.) auf dem Vorwissen der Nutzenden? Was macht die virtuelle Inszenierung von Geschichte mit unserer Vorstellung, wie das „damals eben war“? Darum geht’s in Christian Günthers Dissertation. Interessant nicht nur für die Games-Studies-Crowd!
